Was Du siehst

Göran Gnaudschun (dt.)

Fotografie ist in ihren Ausdrucksmitteln unendlich vielfältig. Wie jeder Mensch sich ein subjektives Bild von der Welt macht, entstehen durch den, der auf einen Auslöser drückt immer neue, andersgeartete Bilder. Die Welt ist nicht totfotografiert! Jede Zeit hat ihre neue und einzigartige Ausprägung. Trotz der 500 Mrd. Fotos, die im Jahr weltweit entstehen, ist es möglich etwas Einzigartiges, Unverwechselbares zu schaffen – etwas das nur Sie können, das mit Ihnen als Autor ursächlich verknüpft ist.

Dafür ist es notwendig, einen Prozess zu durchlaufen, in dem klar wird, was Sie ganz persönlich von der Welt erzählen wollen. Sie müssen eine Sprache finden für das Thema, das in Ihnen brennt. Ein Thema, das im besten Fall das Innere des Fotografen mit der Wirklichkeit der Welt verschränkt.

Worin könnte sich das widerspiegeln? Vieles wäre möglich:

- die Beschreibung eine Ortes, sei es als Stadtlandschaft oder in der Weite des ländlichen Raumes
- die Beschreibung einer Zeit, sei es als Spurensuche nach Vergangenem oder als Artikulation des Hier und Jetzt
- oder die Beschreibung des Menschen, vom Portrait, das sich bewusst dem Betrachter zuwendet, über das spontane, schnappschussartige Agieren im Straßenbild bis zur tagebuchartigen Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben, dem eigenen Ich.

Die Spanne von vorstellbaren Inhalten kann sich im klaren, direkt nachvollziehbaren Bezug auf das übergeordnete Thema äußern, es kann aber auch etwas Rätselhaftes, schwer Benennbares entstehen, dass sich dem Sprachlichen scheinbar entzieht.

Ich möchte Sie begleiten. Ich möchte Ihnen helfen, für das, was Sie wollen, eine Sprache, eine Form, einen fotografischen Ausdruck zu finden. Ich möchte Sie anhand Ihres Bildmaterials zur Essenz Ihres Themas bringen – dahin, dass man Sie hinter den Bildern erkennt.

Ich werde Vorträge zu wichtigen Positionen der künstlerischen Fotografie aus Geschichte und Gegenwart halten. Wir werden Ausstellungen besuchen. Wichtigster Teil des Seminars werden aber die Bildbesprechungen zu den Arbeiten der einzelnen Teilnehmer sein. Zwischendurch wird sich immer Raum für die Erörterung technischer Probleme bieten. Bildfindung heißt für mich nicht das Beherrschen aller erdenklichen technischen Parameter, das kann nebenbei erarbeitet werden, sondern mir geht es um die Beschäftigung mit dem, was Bilder bedeuten können. Deswegen sind auch technische Laien, die aber eine Sensibilität für Bilder haben, herzlich willkommen.



Bewerbungen
Interessenten bewerben sich bitte per E-mail bis zum 6. März 2010 mit 5 bis 10 Beispielbildern und/oder Hinweis auf eine eigene Website sowie einem kurzen Statement zu Vorkenntnissen und Motivation.

Termine 1. Halbjahr 2010
20./21. März
10. April
1. Mai
15. Mai
5. Juni
26. Juni
jeweils von 11-19 Uhr

Der Workshop findet ausschließlich in deutscher Sprache statt.
Die Seminare finden üblicherweise alle 3 Wochen finden Samstags von 11 bis 19 Uhr statt.
Das Einführungswochenende ist obligatorisch, aus der episodischen Grundstruktur des Seminares ergibt sich aber, dass nicht zwingend alle folgenden Wochenenden wahrgenommen und bezahlt werden müssen.

Kosten
665,- € incl. 19% MwSt
(pro Tag und Teilnehmer 95,- €)

Für Schüler und Studenten und für Teilnehmer bis 21 Jahre gilt eine reduzierte Teilnahmegebühr von 560,- € incl. 19% MwSt.

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