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Twentysix Gasoline Stations entlang der RN7


Kai-Olaf Hesse

Es war eigentlich nur so eine Idee aus dem letzten Sommer. Erst ein Artikel im Reiseteil, dann eine Ausstellung (Ed Ruscha, Photographer). Und dann ein Urlaub. Eigentlich war es ganz schön dort. Es gab nichts zu tun, als sich wohl zu fühlen. Nur meine Kamera langweilte sich. Es gab aber nichts zu photographieren. Oder das, was es gab, interessierte mich im Moment nicht als Motiv. Für einen kurzen Nachmittag – vielleicht waren es auch ein paar Tage – hatte ich den Drang, für drei oder vier Tage dieser verrückten Idee einfach nachzugehen, bzw. nachzufahren...
Beinahe ein Jahr später musste es dann aber doch sein. Die Idee hatte sich zu einem Thema verfestigt!

Twentysix Gasoline Stations. Eine schöne Arbeit von Ed Ruscha von 1963, die mich schon seit langem in ihren Bann gezogen hat. Unprätentiös, solitär und minimal. Eigentlich nicht wiederholbar. Schon gar nicht heute, wo ich mir ohnehin nicht vorstellen kann, dass man mit diesen Bildern (wären sie heute aufgenommen) von irgend jemandem ernst genommen würde. Aber ihre Einfachheit reizt mich immer wieder. Auch die Leichtigkeit dieser Bilder: kein Projekt, nur eine Lust. Die Lust an der Zahl, ihrer Form und an dem Wort und seiner Eigenheit.

Die Route Blue. Ehemals das Versprechen von Urlaub und Meer für viele Franzosen seit den 50er Jahren. Ein Mythos aus Asphalt und Alleen, Hitze, Nuckelpinnen, entnervten Familien auf ihrem Weg ans sommerliche Meer, Rasthäusern und Tankstellen.

Inzwischen denke ich auch, dass es irgendeine ungedachte Parallelität zwischen den verschiedenen aber sich doch tangierenden Versprechen dieser beiden Strassen gäbe: der Route 66 in der neuen Welt und der RN 7 in der alten. Beide Strassen inzwischen überbaut und weit gehend abgelöst von Autobahnen und Schnellstrassen, dennoch beide weiterlebend in ihren Mythen und dem Nachhall ihrer Versprechen.
Jedenfalls, so einfach wie die Idee war dann auch die Entscheidung, einfach loszufahren. Tankstellen und überbleibsel zu photographieren. Und was einem sonst so auffällt vom Zeitenwechsel auf der Strecke zwischen Paris und Menton. Nur die gleiche Technik deutet eine Parallele an. Schwarzweiß und 6x6. Zwei alte Mythen, eine lange Strasse und eine Kamera...



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