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Depot_Bilder


Das Museum ist eine Institution, die den wertgebenden Prozeß der Ab- und Umwertung, des Wechsels von Bedeutungszuweisungen innerhalb der kulturellen Werthierarchien betreibt. Depots liefern eine Kulturgeschichte eigener Art: sie geben Einblicke in die vielfältigen Versuche, Kulturgeschichte als Naturgeschichte zu erzählen, sie geben Auskunft über die Selbstdefinitionen und Selbstzuschreibungen von Gesellschaften. Kommunizierende Bilder, die in Depots öffentlicher Museen mit Kunst-, Kultur-, und Historischen Sammlungen entstehen, sind photographisches Ziel: Kommentare in Bildform. Sie werden ausschnitthaft die Mechanismen dieser Projektionsflächen, wie wir sie verwenden, wie wir mit ihnen umgehen, zeigen.
Die ephemere Natur des Archivierens als Metapher für den Kampf gegen das Vergessen in musealen Sammlungen zwischen Technik-, Natur- und Kunstgeschichte ist Ziel dieser Expedition: Nicht der Ausstellungsraum mit seiner fokussierenden Inszenierung, sondern die gegebenen Verhältnisse in den Reservoirs einer wissenschaftlichen Ordnung, neonbeleuchtet, klimatisiert und verpackt, führen zu Bildern, die das Auratische befragen und dieser nicht-linearen, assoziativen und komplexen Gedächtnismetapher an der Schnittstelle zwischen Zeugnis und Wissen in einer Verbindung von Gedächtnis und Raum nachspüren.
Auf den ersten Blick entstehen unkonventionelle Reproduktionen oder „Installationsphotographien“ zwischen Dokument und Diskurs von Sammlungsobjekten. Diese stellen aber in einer zweiten Betrachtungsebene Fragen nach den Autoritäten, die den ideellen, kulturellen und kommerziellen Wert definieren und nach Kriterien, die zu einer dauerhaften gesellschaftlichen Anerkennung führen, als auch nach Regeln und Gesichtspunkten, die die Bedeutung dieser Gegenstände für den Rezipienten definieren.

Regina Bittner, Stiftung Bauhaus Dessau




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