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Bilder_in_Berlin

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Beziehungen von Geschichte, öffentlicher ästhetik und städtischen Räumen der neuen deutschen Hauptstadt_Das Verschwinden innerstädtischer Peripherien_Baulücken zerren an den Nischen-Identitäten und Echtheitssehnsüchten, verstärken das Pathos des Verschwindens_Es wird nicht alles gut, aber weniger schlimm_Als wolle man nicht mehr immer ständig unterwegs sein_Wenigstens befestigtes Unterwegs-Sein_Rethorik der Spannung_ Natürlich neue Verbindlichkeit, vorher erschallt noch der Ruf nach Authentizität und Härte, Zeugnisse einer heroischen Existenzweise, die indes immer unkenntlicher wird_Realität, Erfahrung gegen Versprechungen des Verdachts von Hohlheit und sozialer Exklusivität_Es schließen sich selbstverschuldete Wundmale, unverhoffte Freiräume, klaffende städtebauliche Wunden, die Bomben, realsozialistische Abschottung und oft unvollendet gebliebene, städtebauliche Moderne hinterlassen haben_Die internationale Diplomatie richtet sich ein_Das Parlament hat unter seiner gläsernen Kuppel im alten Reichstag Platz genommen_Ein gewisser ernüchterter Pragmatismus, nach enttäuschten, hohen Erwartungen an die seltsame innere Einheit_Zeigen sich Anzeichen eines neuen Formbewußtseins, das nicht mehr immer nur als elitärer Stil zu verdächtigen ist?_Ob es ein wohltuend ernüchterter ist, wie es den westlichen Nachbarn selbstverständlich ist und von ihnen auch so interpretiert wird, auch ohne moralische überforderung: es wird sich zeigen_In seltsamer Parallelität hat ein Teil Berlins scheinbar schon seinen Frieden mit einer kompakten Bebauung geschichtsträchtiger Orte wie dem Potsdamer Platz gemacht_Neu-Berliner haben ohnehin mit den Füßen abgestimmt_Das Herz beginnt zu schlagen, heißt es allenthalben_Wo Aufbruch war, ist jetzt wenigstens zeitweilige Ankunft_Hat Berlin die anfänglich gehegten Befürchtungen doch nicht bestätigt?_Das Chaos der zu Extremen neigenden Mauerstadt ist auch deshalb noch lange nicht aufgebraucht_Doch auch die augenblickliche Ruhe hinter mancher Ecke täuscht_Das Haus, die Stadt hat Risse bekommen wie Flusser sagte_Gibt es zum Kitsch, Blendwerk, zum unvermittelten heroischen Realismus keine Alternative?_Die Permanenz der Brache: Hauptstadtanforderung, Marketing, Glitzerwelt, Sehnsucht inklusive.

Franz Pröfener, Historiker MA



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