2004/2006
Was bedeutet es, eine Wolke zu sehen, die man vor weißem Himmel über
einer Stadt wahrnimmt; oder eine neue Brücke aus der Untersicht, deren
Öffnung in den Himmel durch ein Baum gestört wird? Es sind Formen und
Farben, die sich durch ihren Unterschied manifestieren. Es ist ein
Blick, den man beim Laufen bemerkt – oder auch nicht. Es ist das
Flüchtige, nicht recht Fassbare, was mich interessiert. Ein Bild davon
und alles, was wichtig ist, spielt sich in seinem Inneren ab. Eine
permanente Gegenwart, die nur durch den Betrachter Vergangenheit und
Zukunft erfährt.
Es geht mir in den Bildern um eine bestimmte Intensität. Das
Unfertigsein, die Brüche, die in den bereisten Ländern spürbar werden,
fügen der eigenen Fremdheit und der Unbehaustheit die nötige Energie zu,
die es zu guten Bildern braucht. Es gibt kein Konzept, sondern es ist
das Stimmungshafte, das Erlebnis und das Spontane, das die Arbeit
ausmacht. Subjektivität, die von der Äußerlichkeit der Dinge zur
Innerlichkeit des Bildes führt.
Ich kann nicht die Welt erklären, nicht mal das östliche Mitteleuropa,
das ich von Tallin nach Ljubljana bereist habe. Ich habe Dinge gesehen
und Bilder mitgenommen. Ich habe die Taschen geleert.
Fundstücke.
Göran Gnaudschun