Habitate 2

2010-09-23

Was in Helsinki’s Zoo begann, habe ich im Aquarium Stockholm unter ganz anderen Bedingungen versuchsweise fortgesetzt (work in progress).Stockholm ist ja eigentlich, von dem was wir gesehen haben, eine sehr schöne, auch spannende, liebens- und lebenswerte Stadt. Ein Rundgang ums Stadhuset (Rathaus) – laut Tafel eines der letzten in alter Tradition des Zusammenspiels von Baumeister, Handwerker und Künstler entstandenen Gebäude in Schweden (1911–1928). Die Blicke vom Turm geben einem im Hinblick auf die städtebaulichen Spezialitäten Stockholms jedoch zu denken…

Zum Thema Max (gibt’s übrigens schon seit 1968(!) in Schweden) haben wir heute Abend den Versuch gewagt……und, naja, sagen wir mal so: wir sind satt geworden. Aber Hamburger geht eigentlich viel, viel besser und leckerer!

Kaiserwetter in Stockholm

2010-09-23

22/09_Der gestrige Tag in Stockholm tat nach all’ dem Nasskalten so richtig gut! Natur pur hin oder her, so eine schöne Stadt mit dem ganzen erhöhten Grundrauschen der Zivilisation ist zur Abwechslung auch mal ganz nett.
Per Boot sahen wir uns die Stadt an, flanierten durch die Altstadt und verbrachten den späteren Nachmittag im Vasamuseum. Auch wenn dieses Schiff gesunken ist, es ist doch reichlich erstaunlich, was die Leute hier im 17. Jahrhundert (!) für Riesenschiffe gebaut haben! – die meisten anderen sind ja schliesslich nicht gesunken, wenn sie sich nicht gerade gegenseitig zu Klump geschossen haben, irgendwo auf der Ostsee…

Uppsala: REGEN

2010-09-21

Nach der Linné-Enttäuschung (Haus und Garten hätten wir uns ja sehr gerne angeshen!) verregnete uns heute Uppsala. Nach einer kurzen Stippvisite in Linné’s Haus und Garten sowie im Dom waren wir nass genug, um uns weiter zu trollen. Schade eigentlich. Auf unserem Weg nach Stockholm sahen wir uns wenigstens noch ein bißchen die Landschaft und zwei schöne Schlösser/Schlossparks an.

Unterwegs begegnete uns ein Enten-Slalomparcours? und eine doch eher bemerkenswerte Interpretation des beliebten Themas Billboard.(Merkwürdige Sitten, die Schweden…).

Angekommen in Stockholm regnet es nicht mehr. Und etwas wärmer ist es auch. Die nächsten Tage verbringen wir mal wieder mit Zivilisation: U-Bahn fahren, Stadt angucken.

Südsüdost // Heiter bis Wolkig

2010-09-21

17/09_Nachdem wir das schwedische Alpenvorlandparadies wieder verlassen haben und nun ein wenig weiter landeinwärts fahren – die Schären bringen es mit sich, dass die Strassen eben selten an der Küste entlang führen –, querten wir bei inzwischen schon wieder grauem Himmel die Brücke über den Angermanälven/Storfjärden bei Utansjö.Nicht zum ersten Mal, aber immerhin in halbwegs pittoresker Erscheinung, passierten wir dann etwas später Max’ Hamburgerkette (nein, wir haben immer noch nicht probiert, ob sie was taugt… Haben wir aber bestimmt noch jede Menge Gelegenheit zu!)

19/09_Der darauf folgende Übernachtungsplatz in Älvkarleby war zwar ganz nett – Lachsfischer im Fluss und so –, aber uns ging es bei der gegenwärtigen Wetterlage mehr oder weniger darum, möglichst zügig weiter nach Süden zu kommen. Zwischendrin schien zwar hin und wieder verlockend die Sonne, aber wärmer wurde es bisher noch nicht. Abends und Morgens stellen wir inzwischen sogar manchmal schon unsere Heizung an…Nach einiger Sucherei (weil obskur beschrieben und ausgeschildert) fanden wir den herrlichen Platz des Schwedischen Camping Clubs/Sektion Stockholm in Kapellskär. Eigentlich kein richtiger Ort (mehr), sondern ein Fährhafen nach Finnland und Estland. Bis auf das nächtliche Brummen der Hilfsmaschinen der großen Fährschiffe, die gleich hinter den Bäumen lagen, war’s so richtig nett. Reife Äpfel an den Bäumen, die wir zu Apfelmus verkochten, ein kleiner Privatstrand an dem wir endlich mal wieder Meer sahen, aber uns nicht mehr ins Wasser trauten bei den Temperaturen und auch wieder ein lohnenswertes Uhrenmotiv für Alexandra.Die Zeit war zwar stehengeblieben, aber das sieht man ja auch auf dem folgenden prähistorischen Beweisstück, dass Lotte an der Küste gefunden hat:20/09_Irgendwie ist es ja sonst nicht so meine Sache, dass mit dem frühen Aufstehen, aber seit einigen Wochen wache ich immer recht zeitig auf und geniesse u.a. die Zeit bis die Kinder aufwachen mit Lesen. Nebenbei blinzele ich immer schon mal in die Sonne, die sich morgens oft wenigstens ein bißchen zeigt (bis es sich dann später wieder zuzieht).Wie gesagt beim Schwedischen Camping Club war es ganz kuschelig eingerichtet. Nach dem Frühstück begegnete man dann auch einigen Menschen fortgeschrittenen Alters im Ballonseidenanzug (abends zuvor hatten wir keine Menschenseele gesehen), die sich scheinbar rege ums Vereinsleben bemühen……(is’ ja fast wie am Rhein-Herne-Kanal! Nur dass die Landschaft hier viel schöner ist!)

Auf unserem Weg nach Uppsala fuhren wir noch an Meister Linné‘s Sommerhäuschen vorbei. Aber leider, leider war es schon geschlossen. Nachsaison eben, wie immer öfter hier. In diesen Breiten stellt man sich scheinbar deutlich früher auf den Winter ein…

Calle hatte doch recht (oder?)

2010-09-17

14/09_Da uns die freundlichen Herren vom Bootsklub in Sikea – die wirkten wie eine Mischung aus Lionsclub und den Drei Damen vom Grill – auch kein besseres Wetter versprechen wollten, zogen wir nach Bestaunen ihrer Pilzzucht wieder weiter. Es nieselte bereits wieder. Vielleicht hatte Calle mit seiner Angst vor skandinavischen Tiefs und seiner Entscheidung für Südtirol ja doch recht? (Na, hoffentlich nicht!)Wind für Wetterwechsel gibt es jedenfalls jede Menge. Leider macht der Wind die ganze Angelegenheit auch ein wenig kühler als uns lieb ist. Zusammen mit den Schauern wird’s langsam klamm und ungemütlich.Im Hafen von Umea/Holmsund – wir sind jetzt genau gegenüber von Vaasa (Finnland) – trafen wir auf alte Bekannte von Enercon aus Aurich. Die waren gerade hier angelandet, warteten auf ihren Weitertransport, und wir waren doch ziemlich erstaunt wie groß die Dinger aus der Nähe sind (wir sind schon über 12m lang!).In Saluböle, dem “Hawaii Norrbottens” (so nennen die Surfer hier ihren Strand ganz selbstbewußt) wurde noch auf den Wellen geritten und im Regen vor unserem Wohnwagen gepicknickt. Allerdings in Neoprenanzügen (die wir nicht dabeihaben). Sonst wäre es sicher ein ganz nettes Plätzchen gewesen, so im Sommer oder so. Allerdings müsste man sich dann wohl mit jeder Menge Vorgartenpflegern, die es offensichtlich auch in diesen Breiten gibt, herumschlagen. In dieser Jahreszeit sind die alle im Warmen und wir nahmen Vorlieb mit ihren Hinterlassenschaften…

16/09_Wir nahmen uns also fest vor, den nächsten Regentag zu nutzen, um auf der E4 einen möglichst weiten Schritt nach Süden zu machen, damit wir endlich aus dieser Waschküche rauskommen. Naja, wie das so ist mit den Vornehmungen. Wir kamen etwa 100 km weit – entlang der Höga Kusten: wirklich superschön! vorne Meer, hinten Alpen! – machten eine Stillpause und entdeckten Norrfällsvikens Camping auf der Karte. 30km links ab, traumhafte Lage, Naturreservat, Hottub und Sauna am Strand, Waschmaschine und Trockner(!), und: noch geöffnet!

17/09_Heute Morgen scheint schon wieder die Sonne. Leider nur lange bevor die anderen Damen und Herren Mitreisenden aufstehen (wollen). Mal sehen, wie lange es hält. Der Wetterbericht – wir haben mal wieder wlan – sagt ab Montag wieder ohne Wolken. Na gut, noch zwei Tage…
Aber wirklich: es ist sehr, sehr schön hier! Allerdings können wir nicht verhehlen, das wie es gern dann doch 10 Grad wärmer hätten und uns in den letzten Tagen doch so manches mal nach dem Mittelmeer (oder wenigstens nach Südtirol) gesehnt haben…

Ein (fast) perfekter Tag

2010-09-13

13/09_Ist ja gut, ist ja gut! Wir beschweren uns ja gar nicht mehr! Heute morgen war also das Wetter wieder herrlich (Skelleftea wurde nicht viel besser) und wir machten, dass wir weg kamen und fuhren noch ein Stückchen auf der E4, aber dann schleunigst links in die Wälder, der Ostsee entgegen nach Bjuröklubb.Was soll ich sagen, das nette Café war zwar wider allen Beteuerungen geschlossen, aber naja, wer braucht schon ein Café? Schon die Anfahrt, die ganze Gegend in diesem wunderbaren Naturschutzgebiet und die Krönung, der Leuchtturm, machten schon die erste Hälfte unseres Tages perfekt!Wieder so eine Ecke auf der Welt, wo man mal für ein paar Tage wandern sollte…

WTFIT (II) // Apropos WetterAls ich diese Dinger hier im Wald stehen sah, kam die Frage automatisch wieder auf. Klärte sich aber bald dank eines Schildchens auf, welches zu berichten wusste, dass der merkwürdige Ortsname Bjuröklubb eben dank dieser Dinger seit 1924 fest im schwedischen Allgemeinwissen verankert ist. Denn seit eben 1924 überträgt das Radio Wettermeldungen von dieser Station.Die Weiterfahrt führte weiter durch Wälder und vorbei an märchenhaften Häuschen, Seen, Wiesen und, nein, keinen Elchen. Sondern nach Sikeå Hamn, wo wir inzwischen an der Landseite vom Anlegesteg des kleinen Fischerei- und Bootshafens liegen (sic!). Wunderschön hier, ehrlich. Nur das Wasser unter den Booten plätschert sacht vor sich hin und ab und zu ziehen die Gänse über uns schnatternd südwärts…

Zu früh gelobt…!

2010-09-13

12/09_Ich glaube langsam sollte ich mich jeglicher Kommentare bezüglich des Wetters enthalten. Denn kaum hatte ich früh am Morgen die Zeilen zum vorherigen Post geschrieben, zog ein Nebel über den Platz, der sich bald als handfeste Wolkendecke entpuppte. (Wahrscheinlich Idealwetter für Peter?)Immerhin testeste Max zum ersten Mal in seinem Leben schwedische Spielplatzschaukeln aus – es schien ihm zu gefallen.Mehr Spielgerät und Ähnliches kann man dann “in der Saison” auf diesem Campingplatz geniessen (nicht alle Farben in Schweden sind Ikeafarben…! Übrigens Peter: als wir losfuhren war es beinahe kühl! Und kurze Zeit später: nass!Da halfen auch keine Leuchttürme und keine springenden Lachse mehr. Der Tag verregnete auf der E4 südwärts und wurde nicht mehr besser, sondern auch noch langweilig (was will man erwarten auf einer Autobahn? Zwischen Seesen und Göttingen denkt man ja auch nicht, dass nebendran der Harz eigentlich ganz nett ist).Aber immerhin, Martin, ich habe noch einen flüchtigen Einheimischen – links im Bild – vor die Linse bekommen…
Der Tag endete eher skuril in Skelleftea (klingt ein wenig nach Skarabäus, nicht?), auf einem Stadtcampingplatz am Fuße eines Skiliftes(!)

Geburtstag // Polarkreis (II)

2010-09-11

11/09_Gestern hatte die Lotte Geburtstag und ließ sich bei schönstem Wetter als Prinzessin erst bemalen und dann ausgiebig feiern! Natürlich gab es auch Geschenke: Rollschuhe unter anderem. “Oh, das sind ja Autos”, war ihr erster Kommentar. Aber gestern Abend dann, nach dem ersten Ausprobieren, war sie ganz begeistert und will heute gleich nach dem Frühstück weiter fahren/üben.Inzwischen sind wir ja über den Grenzfluss nach Schweden gefahren; die Ostsee ist wieder auf der linken Seite des Autos, nur die Sonne kommt jetzt von vorne. Und wie! Schweden empfing uns mit dem schönsten Wetter und gleich nach wenigen Kilometern ‘gen Süden auch mit Rentieren auf der Strasse.Am Polarkreis – dieses Mal auf der schwedischen Seite – hielten wir ein kleines Geburtstagskränzchen ab. Mit Torte und Schlagsahne, Kaffee, Tee, Kakao…Anschließend, nach wenigen weiteren Kilometern waren wir dann wieder an der See! Den Zeltplatz, auf dem wir gerade sind, zu beschreiben – das würdet Ihr uns eh’ nicht glauben. Daher also nur ein paar Bilder von unserem Blick:Schweden scheint es reichlich gut mit uns zu meinen. Die Sonne brennt fast, ich bin kurz davor, die kurze Hose wieder auszupacken.

Roadbook II (16.08.–10.09.2010)

2010-09-11

11/09_Es ist schon komisch, was der Kopf manchmal so mit einem anstellt. Ich zum Beispiel hatte irgendwie subkutan seit der Fährüberfahrt von Estland nach Finnland ein Gefühl von Beginn der Rückfahrt oder Umkehren nach langer Ausfahrt oder so ähnlich. Ulli ging es erst ab Tornio, der nördlichsten Spitze der Ostsee dem finnisch-schwedischem Grenzort so, also dem theoretischen Ort der Umkehr auf dieser Reise.
Tatsächlich sind wir ja erst etwas nördlich vom Polarkreis dann umgekehrt. So richtig symbolisch: am Polarkreis eben (dem südlichsten Punkt, an dem die Mitternachtssonne sichtbar ist), über einen Grenzfluss (zwischen Finnland und Schweden), und seit dem eben wirklich südwärts!
Zeit also für die Statistiker unter Euch mal wieder ein paar Fakten nachzuliefern:

Lettland // 9 Tage

14.08.    228 km    Jurkalne
16.08.    055 km    Ventspils
18.08.    104 km    Kap Kolka
19.08.    171 km    Riga

Estland // 7 Tage

23.08.    196 km    Pärnu
24.08.    185 km    Tehumardi
25.08.    261 km    Hapsalu
26.08.    144 km    Tallinn
29.08.    212 km    Saka

Finnland // 10 Tage

31.08.    167 km    Helsinki
03.09.    329 km    Kustavi
04.09.    206 km    Reposaari
06.09.    222 km    Malax
07.09.     237 km   Hiekkasärkät
08.09.    194 km    Seljänperä
09.09.    214 km    Pello

Schweden // (gestern angekommen)

10.09.    182 km    Batskärsnäs

netto   4.387 km    Strecke mit Wohnwagen
brutto  7.545 km    Strecke inkl. Exkursionen

Herbstfeuer // Polarkreis (I)

2010-09-11

09/09_Der Nebel hatte sich gelichtet und es war ein Aufwachen ähnlich wie beim Boofen in der sächsischen Schweiz. Nur, war es eben an der Ostsee im Norden Finnlands.Auf dem Weg nach Tornio, wo wir ursprünglich über die Grenze nach Schweden und somit auf unseren Rückweg in Richtung Süden einschwenken wollten, wurde es vollends ein strahlend sonniger und in allen Farben lodernder Herbsttag.Die Strasse wurde wieder leerer (noch leerer) und wir konnten sogar die Posts der vergangenen Tage seit Helsinki hochladen. Ausserdem beschlossen wir eben noch zum Polarkreis zu fahren (s.u.). Es gibt eine Route auf der finnischen Seite des Grenzflusses Tornionjoki, die wir weiter nach Norden, bis Pello nahmen und eine auf der schwedischen Seite, die wir wohl Morgen – an Lotte’s Geburtstag – wieder zurück an die Nordspitze der Ostsee nehmen.
Eigentlich denkt man so manches Mal auf diesen Strecken, dass auch mal wieder was passieren könnte, um hinter der nächsten Biegung oder dem nächsten Parkplatzschild mit noch einer grandioseren Aussicht überrascht zu werden.In diesem Fall war es der Tornionjoki, der sich reichlich breit und flach, zuweilen mit kleinen Stromschnellen, nach Süden der Ostsee entgegen windet.Übrigens sind wir ja mittlerweile in Lappland, es gibt sogar kleinere Erhebungen (Berge wäre wohl übertrieben aus alpiner Sicht), Rentiere natürlich – zumindest jede Menge Schilder – und eben die Tankstelle cum Imbiss und Souvenirshop am Polarkreis…

Viva la w-lan!

2010-09-09

Wir Ihr gemerkt habt, war es zwar schön die letzten Tage, nur www gab’s keins. Was an sich ja auch schon mal ganz nett und entspannend ist. Heute, bei der Durchfahrt durch Tornio – das ist eine finnische Industriestadt am Nordzipfel des Bottnischen Meerbusens, also eigentlich der nördliche Scheitelpinkt unserer Route – wimmelte es dann mal von Netzen. Leider waren alle verschlüsselt. Ein paar Kilometer nördlich, bei einer Pinkel- und Wickelpause ging’s dann aber doch. Daher nun erst heute die Fortsetzung unseres Reiseberichtes.

Beim Blick auf die Karte hat Ulli beschlossen, dass wir jetzt noch mal eben zum Polarkreis fahren. Die hundert Kilometer Umweg machen den Kohl nun auch nicht mehr fett. Dafür kann Lotte Morgen am Polarkreis ihren 5. Geburtstag feiern…!

Alles Weitere dann demnächst aus Nordschweden…

Katrin (ohne “h”)

2010-09-09

In Estland war sie mir hin und wieder schon aufgefallen. Hier in Finnland kann man ihr nicht mehr entkommen: Katrin! Welche Geschichte sich hinter dieser Namensfindung bzw. -gebung wohl verbergen mag? Jedenfalls hießen ausnahmslos alle bisherigen Handtuch-, Klopapier- und Seifenspender in diesem Land Katrin…?

1800 U/min und 85 km/h

2010-09-09

Unser Montagmorgen sah immer noch unglaublich schön aus, aber da wir jetzt ja immer weiter nach Norden fahren, müssen wir uns ein bisschen ranhalten, wenn wir nicht noch ernstlich in kaltes Wetter kommen wollen. Demnächst, ab der schwedischen Grenze, rollen wir ja dann wieder in den Süden.Bis wir alle dann soweit waren, um loszufahren, schob sich von Westen her schon der Dunst heran. Was Lotte aber nicht davon abhielt, noch ein letztes mal auf ihren “Wal” zu klettern.Und auch an diesem Abend fand die Malerin wieder günstiges Licht und wir einen superschönen Platz bei Malax. Das schöne an dieser Reisejahreszeit ist nämlich unter anderem, dass man eigentlich fast alleine unterwegs ist und die Plätze in der ersten Reihe fast immer frei sind…!Allerdings sah es am Dienstagmorgen an der selben Stelle dann auch schon wieder so aus:Auch schön, aber merklich herbstlicher. Bis wir gefrühstückt, gepackt, Wasser getankt und losgefahren waren hatte sich die Sonne aber schon wieder durchgebrannt durch den Küstendunst.
Leider kann man hier in Westfinland – wenn man an der Küste entlang nach Norden fahren will – beinahe nur auf der E8 fahren, die beinahe immer durch Wälder führt. Die verändern sich zwar graduell und werden nach Norden hin immer niedriger, aber auf die Dauer ist es kein wirklicher Fahrspass.Es sei denn, man biegt hin und wieder für ein Picknick links ab. Dann ist’s meist gleich wieder so, dass man eine Woche lang bleiben möchte…Und plötzlich: eine Bucht! Sandstrand (ziemlich viel für finnische Verhältnisse sogar!) und oben auf den Dünen ein Hotel, neben dem zwei Wohnwagen standen. Da fragten wir dann auch gleich – der Blick war einfach unschlagbar! – und Dank der finnischen Angewohnheit für den Winter vorzusorgen und am Parkplatz Steckdosen (im Winter zur Motorerwärmung genutzt) vorzuhalten, konnten wir uns gegen ein Entgelt dort auch gleich für die Nacht hier in Hiekkasarkat einrichten. Ein kleiner Strandspaziergang beschloss den Tag.Und wenn wir gewollt hätten, dann hätten wir noch vor’m Frühstück vor der Wohnwagentür eine Runde Minigolf spielen können. War aber unsere Sache dann doch nicht, denn es brauste ein ziemlich kalter Westwind……also, zurück zu den gewohnten Parametern auf diesem Teil unserer Route: 1800 U/min und 85 km/h, 5. Gang und abwarten. Mittlerweile mit Dunst, Nebel und Niesel.Hm. Das blieb dann erstmal so. Trotzdem, ein herbstlich-schönes Plätzchen an der See (nein, das sieht nur so aus wie ein See) fanden wir natürlich wieder. Auch wenn dieser Tag bis Seljänperä ansonsten nicht viel mehr zu bieten hatte als Wälder, die E8 und ihre Raststätten.

Kleines Strandgut

2010-09-09

05/09_Liebe Jana, die Wasserwelten von Siegfried Lenz haben mich nun vom Strand in Jurkalne – unserem ersten Halt in Lettland (und bisher wohl unserem letzten sonnenbadendem Strandtag) – bis in die Schären Finnlands bei Reposaari begleitet. Hat lange gedauert, aber abends war ich meist eigentlich zu müde, um mehr als ein paar Seiten zu lesen, und sonst blieb eigentlich wenig Zeit. Die Geschichten vom Angeln hätte ich beinahe übersprungen, weil ich diesem Sport(?) eigentlich nicht viel abgewinnen kann. Umso schöner war gestern Nachmittag bei schönstem Licht und Blick über die See der Epilog: Kleines Strandgut. Lotte war vergnügt längere Zeit auf dem Spielplatz und die beiden anderen Gesellen schliefen…! Dort, ein sehr schöner Satz: “Hier an der Küste des Meeres hat man seine eigenen Empfindungen, das merkt man bald und besonders dann, wenn man so bepackt ist mit seltsamen Strandgut, wie du es bist. Es gibt manches zu tun. Das Meer schreibt oft genug verschlüsselt. …”Ach ja, und ganz am Anfang stand: “Am Aushalten … erkennt man den Grad der Mündigkeit. Aushalten, das heißt, dem Gleichmut der Welt seinen eigenen Gleichmut entgegenzusetzen.” (Aus Duell mit dem Schatten)
Danke jedenfalls für die Mitgabe dieser sehr schönen Reiselektüre!

Das glaubt einem wieder keiner…

2010-09-09

05/09_Doch, in Reposaari war es wirklich so schön. Wir blieben auch gleich noch einen weiteren Tag!Am Sonntag machte ich mit Lotte einen Spaziergang ins Dorf und siehe da: Lewis Baltz war auch schon mal dagewesen…

Habitate

2010-09-09

Nachtrag zu Helsinki. Dass es wirklich schade war, nur so kurz zu bleiben, hatte ich ja schon gesagt. Nur, zum Photographieren wäre die Stadt sicher mit mehr Zeit auch ganz spannend. (Göran, wieso, oder vielmehr was fandest Du an Helsinki eigentlich “etwas langweilig?”)
Mangels Licht & Zeit & Ruhe zum Gucken bin ich jedenfalls zu nix gekommen. Habe allerdings während unseres Zoobesuches eine kleine, wie ich finde, sehr spannende Geschichte gefunden, die ich vorab mal “Habitate” nenne:

Nordnordost

2010-09-09

03/09_Also, wie gesagt, es wurde kühl und windig in Helsinki. Auch wenn wir noch gern geblieben wären. Aber man kann ja auch nicht ständig durch die (vielen) Museen hirschen – letztendlich hat man mit den lieben Kleinen dann doch nicht die Ruhe. Um etwas warm zu bleiben, fuhren wir mit der Tram ein paar Runden, bis uns die Umsteigehaltestellen auch zu zugig wurden.Den nächsten Tag, Freitag, fuhren wir dann also dem Wetterbericht und den Reisführern nach in die Schären. Die sehen auf Bildern aus der Luft und vom Boot aus ja immer ganz toll aus. Leider blieb es erstmal noch trübe und von den Schären – geschweige denn von der Ostseeküste(!) – kriegt man auch erstmal nix zu sehen. Dafür machten wir uns mit finnischen Supermärkten vertraut und erhaschten hin und wieder einen Schärenblick von einer Brücke.Schließlich, irgendwo hinter Turku besserte sich das Wetter dann doch noch und bei Kustavi verzogen wir uns einsam auf einen Campingplatz mitten zwischen den Seen/Schären. Am Abend des nächsten langen Fahrtages wurden wir dann weiter nördlich in Reposaari schließlich doch belohnt mit einem der bisher besten Standplätze der Reise und einem fantastischen Blick auf die See!

Kälteeinbruch in Suomi

2010-09-02

Jukka Lehtinen, Farewell 2009

Obwohl Finnen auch campen (dieses Bild hier stammt von einer Kunstmesse im alten Kabelwerk in Helsinki), ist es seit gestern hier ziemlich frisch und windig. Gefühlt, nach all’ den warmen Wochen, saukalt!
Gestern legten wir einen Kindertag im Zoo ein. Der liegt wirklich toll auf einer eigenen Felseninsel und wir hatten ziemlichen Spaß. Anbei Lotte’s Skizzenblatt…Da gab’s natürlich nicht nur finnische Tiere zu sehen, sondern auch so manches exotisches. Leider keine Elche, Eisbären und Pinguine?Stattdessen gibt es ein Lama, dass sicher den besten aller Ausblicke genießt und jeden Morgen Marimekko-Kühe auf der Milchtüte!

Ach ja, lieber Martin, Einheimische habe ich heute auch gesehen (auch auf der Kunstmesse):Magnus Scharmanoff, Pöytiintarjoilu 2007

Morgen geht’s weiter in Richtung Südwesten, in der Hoffnung dass der Wetterbericht stimmt und die Temperaturen ab Montag wieder bei 20 Grad liegen…

Schiffsmeldungen

2010-08-31

Und (fast) täglich grüßt das Bauhaus. Ehrlich gesagt, wir haben es schon ziemlich lange nicht mehr gesehen – und in dieser Form auch nicht wirklich vermißt. Jedenfalls schmückt es das Stadtentree Tallinns, wo wir heute morgen wieder eingetroffen sind, um auf die Fähre nach Helsinki zu fahren.Also, nix wie rein in den großen, grünen Bauch! Die zwei Stunden nach Helsinki vergehen wie im Flug, jedenfalls hatten Lotte und ich kaum Zeit noch rechtzeitig an Deck zu kommen, um ein Abschiedsbild von Tallinn zu schießen. Diese Fähren heutzutage sind echt superschnell!Derweil hatte sich Max schon mal in der Lounge eingerichtet, wo er sich sichtlich wohl fühlte…Also, auf nach Finnland, da hinten irgendwo…!

Alles halb so wild…

2010-08-30

…denn heute scheint schon wieder die Sonne. Ist zwar eindeutig herbstlich das Licht und von am Strand liegen kann man auch nicht gerade sprechen, aber schön ist’s eben doch.Wir haben heute mal den Begriff steil in Steilküste dekliniert und sind ein wenig durch die Landschaft gelaufen. Könnte fast auch irgendwo in Niedersachsen sein……ist aber Estland und doch deutlich schöner und leerer(!) – wir sind die Einzigen auf dem Campingplatz…

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